Wusstest du, dass Licht deine Pflanzen mit Energie versorgt?
In dieser Lektion untersuchen wir, was Licht für Pflanzen tatsächlich bedeutet, wie du es richtig misst und wie du die ideale Aufhängehöhe für deine LED-Leuchten bestimmst.
Was ist Licht – und wie messen Pflanzen es?
Sichtbares Licht ist nur ein kleiner Teil des gesamten Energiespektrums, das wir von der Sonne erhalten. Beim Messen der nutzbaren Lichtmenge einer Leuchte pro Watt Strom werden mehrere Einheiten verwendet – aber nicht alle sind für das Pflanzenwachstum relevant. Lumen ist eine Einheit für das menschliche Auge: Sie gewichtet grüne und gelbe Wellenlängen stärker, da unsere Augen für diese Farben am empfindlichsten sind. Pflanzen absorbieren grünes oder gelbes Licht jedoch kaum. Sie reagieren hauptsächlich auf blaue und rote Strahlung, weshalb die viel relevantere Einheit PPF (Photosynthetischer Photonenfluss) in Mikromol pro Sekunde (µmol/s) ist. Wenn ein Verkäufer beim Beschreiben einer Wachstumsleuchte noch immer von Lumen spricht, ist das ein Warnsignal – Pflanzen wachsen nicht mit Lumen.
Über PPF hinaus: Das gesamte Spektrum ist wichtig
Obwohl PPF misst, wie viel Licht die Photosynthese antreibt, reagieren andere Pflanzenpigmente auf Wellenlängen außerhalb des sichtbaren Bereichs von 400–700 nm. Infrarotstrahlung (ca. 730 nm), ultraviolettes Licht (ca. 280 nm) und Wärmestrahlung beeinflussen alle Pflanzenform, Blüte, Qualität und sogar das Öffnen der Stomata. Das bedeutet: Die LED mit dem höchsten PPF pro Watt ist nicht immer die beste Wahl für jede Anbausituation. Manche Hersteller beschreiben ihr Spektrum mit der Farbtemperatur in Kelvin. Interessanterweise erhöht blaues Licht (ca. 6000 K) die Blatttemperatur stärker als rotes Licht (ca. 2500 K), was Pflanzenprozesse beschleunigt und Stomata öffnet – obwohl es weniger effizient bei der Photosynthese ist als rotes Licht. Es gibt mehrere gültige Ansätze für die Lichtstrategie, und die richtige Wahl hängt von deinem Klima und deinen Anbauzielen ab.
LED und Wärme: Was sich beim Wechsel verändert hat
In den letzten zehn Jahren sind viele Grower von HPS auf LED umgestiegen. LEDs produzieren mehr Licht pro Watt und erzeugen weniger Wärmestrahlung, was Überhitzungsprobleme im Sommer löste. Da LED-Leuchten viel weniger Strahlungswärme abgeben, kann man sie auch viel näher an der Krone positionieren, ohne Verbrennungsrisiko. Die geringere Wärmeleistung brachte aber neue Herausforderungen mit sich, die in den folgenden Lektionen behandelt werden.
Wie hoch solltest du deine Leuchten hängen?
Licht verschwindet nicht – es verteilt sich. Je höher du eine Leuchte hängst, desto größer ist die abgedeckte Fläche, aber desto geringer ist die Lichtintensität (PPFD in µmol/s/m²) auf Kronenhöhe. In größeren Anlagen mit vielen Leuchten trägt jede Leuchte Licht zum gesamten Raum bei – sodass jeder Quadratmeter einen Anteil von allen Leuchten zusammen erhält und die Summe der Intensität einer einzelnen, nahe montierten Leuchte entsprechen kann. Es gibt drei Hauptansätze: tief hängen (eine Leuchte pro feste Fläche, typisch 1,44 m², ca. 30–40 cm über der Krone, wöchentlich angepasst, wenn die Krone wächst); auf festgelegter Höhe hängen (zwei oder mehr Leuchten über einer definierten Fläche verteilt, nach einem Lichtplan des Herstellers); und hoch hängen (alle Leuchten beleuchten den gesamten Raum, effektiv wenn die Deckenhöhe mehr als 3 Meter über der Krone beträgt – aber meide den Anbau entlang der Wände, wo die Intensität deutlich abfällt).
Lichtintensität berechnen
Ein praktisches Beispiel: Eine 600-W-LED mit 2,5 µmol/s pro Watt liefert insgesamt 1.500 µmol/s PPF. In einem 1,2 × 1,2 m (1,44 m²) Anbauraum ergibt das eine maximale durchschnittliche PPFD von etwa 1.042 µmol/s/m². Hersteller-PPF-Angaben werden oft unter Idealbedingungen oder an einem einzelnen Spitzenpunkt gemessen – verwende 2,5 µmol/s pro Watt als deinen eigenen konservativen Maßstab, wenn du nicht direkt messen kannst. Empfohlene Intensitätsbereiche: einfacher Anbau 500–750 µmol/s/m²; fortgeschrittener Anbau 750–1.000 µmol/s/m²; professioneller Anbau 1.000–1.250 µmol/s/m². Höhere Intensität kann den Ertrag steigern – macht den Anbau aber auch anspruchsvoller im Management.
Fazit
Die richtige LED zu wählen und sie auf der korrekten Höhe für deinen Raum und deinen Anbaustil zu hängen, gibt deinen Pflanzen die Lichtenergie, die sie zum Gedeihen brauchen. Verwende PPFD – nicht Lumen – als deinen Leitwert, berechne auf Basis deiner tatsächlichen Raumgröße, und passe den Abstand regelmäßig an, während sich deine Krone entwickelt.